08.10.2026

Kultur.Forscher!-Preis 2026: Drei herausragende Projekte kultureller Bildung ausgezeichnet 

Auszeichnungen gibt es für viele Verdienste. Preise, die Vorstellungskraft, Kreativität und gemeinsames Entdecken würdigen, sind hingegen selten. Genau hier setzt der Kultur.Forscher!-Preis an. Die drei Preisträgerprojekte des Jahres 2026 zeigen, wie kulturelle Bildung junge Menschen dazu ermutigt, Fragen zu stellen, neue Perspektiven zu entwickeln und ihre Lebenswelt aktiv mitzugestalten.

Die PwC-Stiftung und die Arbeitsstelle Kulturelle Bildung an Schulen (KuBiS) der Philipps-Universität Marburg haben den Preis in diesem Jahr zum zweiten Mal vergeben. Ausgezeichnet werden innovative Kooperationen von Schulen und Kulturpartnern, die Kindern und Jugendlichen neue Zugänge zu kultureller Teilhabe und ästhetischem Forschen eröffnen.

Die Preisverleihung fand am 30. September 2026 im Rahmen der diesjährigen Kultur.Forscher!-Überregio im Hamburger Bahnhof in Berlin statt. Unter dem Motto „Zusammen geht’s besser – von anderen lernen“ kamen Schülerinnen und Schüler, Lehrkräfte, Kulturschaffende und weitere Akteurinnen und Akteure der kulturellen Bildung zusammen, um Erfahrungen auszutauschen und voneinander zu lernen. Für die musikalische Begleitung sorgte das MLS Percussion-Ensemble der Martin-Luther-Schule Rimbach. Das Ensemble ist insbesondere für seine kreativen Formen der Objekt-Percussion bekannt, bei denen Alltagsgegenstände zu Musikinstrumenten werden.

„Allen drei Projekten ist etwas Wesentliches gemeinsam: Sie sind nicht über junge Menschen entstanden. Sie sind mit und durch junge Menschen entstanden. Und genau darin liegt ihre besondere Qualität: durch Forschen zum Entdecken zu kommen“, betont Lutz Roschker, Vorstand der PwC-Stiftung.

Der Kultur.Forscher!-Preis zeichnet Projekte aus, die kulturelle Bildung, ästhetisches Forschen und die aktive Beteiligung junger Menschen auf besondere Weise miteinander verbinden. Zugleich würdigt er die Zusammenarbeit von Schulen, Kulturinstitutionen, Kunstschaffenden und weiteren Bildungspartnern, die gemeinsam neue Lern- und Erfahrungsräume schaffen.

Die Preisträgerprojekte 2026

Grenzen öffnen – im Museum der unsichtbaren Grenzen – Grundschule Haidelmoos Konstanz, Kanonikus-Kir-Real- und Fachoberschule Mainz, Grundschule Rodeneck, Südtiroler Künstlerbund

Das Projekt „Grenzen öffnen – im Museum der unsichtbaren Grenzen“ brachte Kinder und Jugendliche aus unterschiedlichen Regionen und kulturellen Kontexten zusammen. Gemeinsam setzten sie sich mit Grenzen auseinander, die unser Zusammenleben prägen, oft ohne unmittelbar sichtbar zu sein: Grenzen in unseren Köpfen, in unseren Vorstellungen und in unserem Alltag. Aus ihren Beobachtungen und Erfahrungen entstand die Idee eines „Museums der unsichtbaren Grenzen“, das dazu einlädt, über Zugehörigkeit, Begegnung und gesellschaftliches Miteinander nachzudenken.

S/HEROES – SUPERKRAFT: VIELFALT! – Goethe-Gymnasium Frankfurt am Main, Weltkulturen Museum Frankfurt am Main, Comic-Künstler Valentin Krayl, Skyline Plaza Frankfurt am Main

Im Projekt „S/HEROES – SUPERKRAFT: VIELFALT!“ setzten sich Schülerinnen und Schüler des Goethe-Gymnasiums Frankfurt am Main kreativ mit Fragen von Identität, Zugehörigkeit und Vielfalt auseinander. Gemeinsam mit dem Weltkulturen Museum Frankfurt am Main, dem Comic-Künstler Valentin Krayl und dem Skyline Plaza Frankfurt am Main entwickelten sie eigene Comic-Heldinnen und -Helden.

Das Projekt verdeutlicht, dass Vielfalt kein Problem ist, das gelöst werden muss, sondern eine Quelle unterschiedlicher Stärken. Wie die Superheldinnen und Superhelden des Marvel-Universums zeigen, entstehen neue Möglichkeiten dort, wo unterschiedliche Fähigkeiten und Perspektiven zusammenwirken. Die entstandenen Arbeiten wurden anschließend im öffentlichen Raum präsentiert und luden die Stadtgesellschaft zum Dialog ein.

Erstes Potsdamer Schulfilmfestival – – Voltaire-Schule Potsdam, Filmmuseum Potsdam, Filmuniversität Babelsberg Konrad Wolf, Landesverband Medienbildung Brandenburg (lmb e. V.)

Mit dem Projekt „1. Potsdamer Schulfilmfestival“ schufen Schülerinnen und Schüler der Voltaire-Schule Potsdam gemeinsam mit dem Filmmuseum Potsdam, der Filmuniversität Babelsberg Konrad Wolf und dem Landesverband Medienbildung Brandenburg (lmb e. V.) eine neue Plattform für schulische Filmbildung.

Das Schulfilmfestival machte Geschichten junger Menschen lebendig. Selbst erlebte oder geschriebene Geschichten erhielten durch ihre filmische Umsetzung eine neue Form. Bei der Präsentation konnten die Besucherinnen und Besucher am Leben, an den Erfahrungen und Perspektiven anderer teilhaben und gleichzeitig eigene Vorstellungen entwickeln. So entstand ein Raum für Austausch, Perspektivwechsel und Begegnung.

Kulturelle Bildung eröffnet neue Perspektiven

Die ausgezeichneten Projekte zeigen die thematische und methodische Vielfalt des Kultur.Forscher!-Netzwerks. Sie verdeutlichen zugleich die Bedeutung langfristiger Kooperationen zwischen Schulen und außerschulischen Kulturpartnern. Wo unterschiedliche Erfahrungen, Ausdrucksformen und Perspektiven aufeinandertreffen, entstehen Lernräume, die junge Menschen zu eigenständigem Denken, kreativem Handeln und gesellschaftlicher Mitwirkung ermutigen.

Über Kultur.Forscher!

Kultur.Forscher! ist ein gemeinsames Programm der PwC-Stiftung und der Arbeitsstelle Kulturelle Bildung an Schulen (KuBiS) der Philipps-Universität Marburg. Es unterstützt Schulen dabei, gemeinsam mit Kulturpartnern neue Formen des forschenden und kreativen Lernens zu entwickeln. Im Mittelpunkt stehen ästhetisches Forschen, kulturelle Teilhabe sowie die langfristige Zusammenarbeit von Schulen und Kultureinrichtungen.

Mehr über Kultur.Forscher! finden Sie hier.

Foto: (c) Chantal Bierl

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